Spendenaktion "Insekten retten"

Bei uns ist es Tradition zum Jahreswechsel ein Arten- oder Naturschutzprojekt auszuwählen, das wir - an Stelle von Grußkarten - finanziell unterstützen. Für unsere diesjährige Spende fiel die Wahl auf das bundesweite Aktionsprogramm des BUND zum Insektenschutz.

In Deutschland sind über 33.000 Insektenarten verbreitet. Sie stellen 70 Prozent aller bekannten Tierarten. Sie tragen entscheidend zur Erhaltung der Funktionen in ökologischen Systemen bei (Bestäubung, Zersetzung, Schädlingsregulierung etc.). Bei 45% der untersuchten Insekten ist der langfristige Bestandstrend in Deutschland rückläufig, z.B. innerhalb der Wildbienen und Laufkäfer. Bei einigen Gruppen ist der Rückgang besonders dramatisch: Ameisen 60%, Tagfalter 64% oder Köcherfliegen 96%. Von einem langfristigen Rückgang sind damit nicht nur Insekten betroffen, die vor allem fliegend im Luftraum anzutreffen sind, sondern auch solche, die in Gewässern oder am Boden leben und kaum fliegen.

Die Hauptursachen für den Rückgang der Insekten sind Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und überhöhte Nährstoffeinträge in Böden und Gewässer. Hier setzt das Programm "Insekten retten" des BUND an, dass wir als Entomologen daher gerne fördern.

Bisher haben wir die folgenden Projekte unterstützt:

2006 

Nationalpark Eifel 

2007 

Schneeleopard (Kirgisien) 

2008

Berggorilla (Ruanda)

2009

Flussperlmuschel (Eifel)

2010

Uhu (Deutschland)

2011

Fledermausstollen (Eifel)

2012

Wildkatze (Deutschland)

2013

Zugvögel (Europa)

2014

Rotmilan (Deutschland)

2015 

Fledermäuse (Deutschland)

2016

Steinkauz (Aachen)

2017

Kranich (Deutschland)

2018

Wostevitzer Teiche (Rügen)

 

 

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Ausbildung zur Feldbotanikerin

Für viele Fragestellungen benötigen wir botanische Felderhebungen, etwa für Biotopkartierungen, Erfolgskontrollen und Pflegepläne im Naturschutz, für Schutzwürdigkeitsgutachen und Bewertungen im Rahmen der Landschaftsplanung sFeldbotanikowie für Umweltmonitoring. Das für die Felderhebungen notwendige Fachwissen wird leider nur noch in geringem Umfang an Universitäten und Hochschulen gelehrt.


Vor diesem Hintergrund hat sich Verena Niedek nach der Beschäftigung mit Mooren in der Masterarbeit dazu entschlossen ihre vegetationskundlichen Fachkenntnisse zu vertiefen. Hierzu hat sie drei Jahre lang feldbotanische Kurse bei der Akademie für angewandte Vegetationskunde (Priv.-Doz. H. C. Vahle, s. Foto) und der NUA NRW besucht und die Ausbildung mit einem Zertifikat erfolgreich abgeschlossen.

Wir gratulieren unserer Mitarbeiterin zu ihrer bestandenen Prüfung und freuen uns auf gemeinsame feldbotanische Projekte.

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Renaturierung von Moorheiden

Seit den Anfängen unserer Bürotätigkeit befassen wir uns mit Fragen der Renaturierungsökologie und der praktischen Wiederherstellung seltener und bedrohter Lebensräume, insbesondere von Mooren und Heiden. In diesem Zusammenhang wurde erprobt, ob sich artenarme Pfeifengrasbestände durch das Abschieben des Oberbodens wieder zu Moorheiden entwickeln können.

Die Versuchsfläche liegt m Hohen Venn. Ihre vegetationskundlich-floristische Entwicklung wurde zwischen 1993 und 2018 beobachtet, beschrieben und naturschutzfachlich bewertet. Die Langzeitstudie zeigt, dass der Oberbodenabtrag eine geeignete Renaturierungsmaßnahme in degradierten Heidemooren darstellt. Es entwickelt sich innerhalb von 25 Jahren eine naturschutzfachlich wertvolle Glockenheide, die als frühe Ausprägung des gebietstypischen Rasenbinsen-Anmoors (Trichophoretum germanici) angesprochen werden kann.

 

pv 1993

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Die Ergebnisse der ökologischen Langzeitstudie sind dem folgenden Fachartikel zu entnehmen:

Raskin, R., Niedek, V. &  & Werfling, A. (2019): Renaturierung einer Moorheide durch Abschieben des Oberbodens – Decheniana (Bonn) 172: 62-73.

Der Sonderdruck steht hier als Download zur Verfügung   PDF

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Umzug in den Stadtteil Aachen-Brand

Am 5. April 2018 haben wir unser neues Büro im Aachener Stadtteil Brand bezogen. Sie finden uns jetzt in einem modernen Bürogebäude in der Wilhelm-Grasmehr-Straße unweit der Autobahnabfahrt Aachen-Brand (A44).

Das alte Büro in der ehemaligen Nadelfabrik im Kirberichshofer Weg wurde nach 25 Jahren einfach zu klein. Jetzt freuen wir uns über viel Platz mit großzügigen, lichten Büroräumen, einer umlaufenden Dachterrasse und ausreichend Lagermöglichkeiten für unsere biologischen Gerätschaften. Kommen Sie uns doch mal besuchen!

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Veröffentlichung "Degradation des Kalkarer Moores"

Das Kalkarer Moor ist ein ehemaliges, geogen bedingtes Niedermoor, in welchem wir seit mehreren Jahren wissenschaftliche Untersuchungen durchführen. Über die Entwicklung der Moorvegetation haben wir einen Artikel verfasst, der in der Decheniana publiziert worden ist:

Niedek, V. & Raskin, R.  & Lehmkuhl, F. (2016): Die Degradation eines Niedermoores - Floristische und vegetationskundliche Entwicklung des Kalkarer Moores – Decheniana (Bonn) 169: 71-86.

Durch vegetationskundliche und floristische Aufnahmen, die bis zu 40 Jahre zurückgehen, und aktuellen Daten aus dem Jahr 2014 wird ein Vergleich der Vegetation und Flora im Kalkarer Moor im zeitlichen Verlauf angestellt. Die Entwicklung des Moores vom intakten zum vollständig degradierten Niedermoor aufgrund von Grundwasserstandsabsenkung wird aufgezeigt. Eine floristische Bilanz wird gezogen, der Status quo des Kalkarer Moores historisch eingeordnet und die naturschutzfachliche Wertigkeit des Gebietes beurteilt. Trotz der Degradation des Niedermoores weist eine Verschiebung des Artenspektrums in jüngerer Zeit auf wieder feuchtere Verhältnisse hin. Eine Moorvegetation i.e.S. ist zwar nicht mehr vorhanden, aber andere schützenswerte Pflanzengesellschaften des Feuchtgrünlandes, der Seggenriede und der Röhrichte bestehen noch bzw. haben sich entwickelt. Bei Fortführung der in den letzten Jahren umweltschonend gesteuerten Grundwasserentnahme ist ein Anstieg der Artenzahl dieser Vegetationstypen zu erwarten.

Der Sonderdruck steht hier als Download zur Verfügung   PDF

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Pflanzenbestimmungs-App Eifel

Eines unserer interessantesten Projekte war die Mitarbeit an der Entwicklung einer App (englische Kurzform für application). Anja Werfling und Verena Niedek haben die fachlichen Grundlagen für eine Anwendungssoftware auf Smartphones und Tablets zur Bestimmung von Blütenpflanzen in der Eifel erstellt.

Eifeler Pflanzenfinder

Mit der Pflanzenbestimmungs-App des Naturpark Nordeifel wird das Bestimmen der 200 häufigsten Pflanzenarten aus typischen Eifeler Lebensräumen ermöglicht. Über die Kombination von verschiedenen Merkmalen wird der Laie nach dem Ausschlussprinzip letztlich zu der gesuchten Art geleitet. Mehrere Fotos des Gesamthabitus sowie von einzelnen Pflanzenteilen erleichtern das Vergleichen der gefundenen Pflanze mit dem Vorschlag der Datenbank. Alle Arten werden mit deutschem und lateinischem Namen und einem ausführlichen Steckbrief vorgestellt. So können in kurzer Zeit Angaben zu Standort, Wuchshöhe, Blütezeit, Verbreitung, Gefährdung oder Verwendung abgerufen werden.

Der Eifeler Pflanzenfinder ist ein idealer Begleiter für naturbegeisterte und wissensdurstige Hobby-Botaniker und solche, die es werden wollen. Er ist kostenfrei erhältich im App Store und bei Google Play.

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